
Volontäre
„Ich
bin nun schon mehr als sechs Jahre bei Ner Yaakov. Ich glaube, dass ich einen ‚Ruf’
habe, mit Schoah Überlebenden zu arbeiten. Für mich ist das nicht nur Arbeit,
sondern ich fühle, dass das der Grund dafür ist, warum ich in Israel bin. Ich
verbinde die Opfer der Schoah auch mit der Wiedergeburt Israels und ihr
Heimkommen in ihr eigenes Land. Ich werde nie wirklich das ganze Ausmass dieser
furchtbaren Dinge, die ihnen während des zweiten Weltkriegs geschehen sind,
verstehen können, aber ich fühle es als Vorrecht, dass ich jetzt helfen kann –
hier in Israel, in ihrem Heimatland...! Ich versuche den Überlebenden eine „Art
Familienleben“ zu geben, z.B. bei den Schabbat Essen oder bei den Besuchen.“
Chana Kelman
„Ich musste oft
über die Schoah und die Überlebenden nachdenken, all das stimmte mich sehr
unruhig. Ich wollte so gerne für sie „etwas tun“. Deshalb bewarb ich mich als
Volontärin bei Ner Yaakov. Ich traf viele Holocaust Überlebende und das Team von
Ner Yaakov hat mich geduldig mit der sehr vielseitigen Arbeit vertraut gemacht.
Es ist sehr praktische Arbeit aber das Wichtigste dabei sind die persönlichen
Beziehungen zu den Überlebenden, auf die Inge und ihr Team von Ner Yaakov
besonderen Wert legen. Für jeden Einzelnen wird mit Liebe und Geduld gesorgt.
Wir gingen zusammen spazieren, spielten Spiele und führten Gespräche. Etwas sehr
schönes ist das gemeinsame Feiern der Feiertage mit den älteren Überlebenden.
Ich wurde besonders während des Laubhüttenfestes gesegnet. Zusammen mit den
Überlebenden bauten wir die „Sukka“ und im Anschluss daran sassen wir darin und
feierten. Gäste aus verschiedenen Ländern kommen zu Ner Yaakov und möchten mehr
über diese Arbeit lernen. Die Holocaust Überlebenden erzählen oft ihre persönlichen
Lebensgeschichten und Erfahrungen bei diesen Treffen. Jeder von ihnen hat eine
sehr persönliche Geschichte und die zuhörenden Gäste, wie ich, sind tief berührt
und
traurig über die
schrecklichen Dinge, die diese alten Menschen durchmachen
mussten.
Sogar starke Männer beginnen zu weinen...! Was mich sehr überraschte war, dass
keiner der Überlebenden mich oder meine Arbeit zurückwies, obwohl ich Deutsche
bin. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang gedacht habe, dass genau dies
passieren würde. Aber ich erlebte das genaue Gegenteil. Jeder akzeptierte mich
und nahm mich herzlich bei sich zuhause auf. Es ist ein Wunder von Gott, dass
diese Menschen keinen Hass und keine Verbitterung kennen. Ich glaube, dass durch
die Arbeit von Ner Yaakov und durch die vielen Gebete der Freunde dieser
Organisation, unser Herr bereits viel Heilung geschenkt hat. Ich muss wirklich
sagen, Gott hat mich wirklich ge- segnet während meiner Zeit als Volontärin mit
den Holocaust Überlebenden.
Meine innere Unruhe hat mich verlassen.“ Gabi Bauer

Una, Chana, Abraham und Gabi
„Was mich als
deutsche Volontärin mit Holocaust-Überlebenden wirklich überrascht hat war, dass
diese mich nicht als eine Tochter von den Verbrechern sahen, sondern ganz einfach
als eine normale junge Frau. Ich lerne so viel von ihnen!“
Simone Speidel